Besuch der 9b in der Alten Synagoge

Beeindruckende Begegnung mit einem Zeitzeugen des Nationalsozialismus

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Am 17.01.2017 hatten wir Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Bernhard-Letterhaus-Hauptschule ein ganz besonders Erlebnis.

 

 

Zur Vorbereitung der neuen Lektüre „Die Welle“ im Deutschunterricht beschäftigten wir uns zum besseren Verständnis der geschichtlichen Situation mit den Geschehnissen im Nationalsozialismus.

Gleich zu Anfang traten viele Fragen zur Verfolgung der Juden auf. Neben historischem Filmmaterial schlug unsere Lehrerin Frau Brüning einen Besuch der Alten Synagoge vor.

Hier bot sich uns die einmalige Gelegenheit, mit Herrn Cohnen, einem 93jährigen Juden, der diese Zeit mit all ihren Schrecken selbst erlebte, zu sprechen.IMG_9294

Neben den bewegenden Berichten aus seinem Leben als junger jüdischer Mann in der NS Zeit, der zudem auch noch aufgrund einer Erkrankung an Kinderlähmung körperbehindert war, hatten wir die Möglichkeit Herrn Cohnen unsere Fragen zu seinem Leben zu stellen.

Seine ehrlichen , beeindruckenden, aber nie verurteilenden Schilderungen haben uns sehr bewegt und es uns ermöglicht, die Zeit des Nationalsozialismus besser zu verstehen. Wir haben den Mut und die Kraft bewundert, mit denen Herr Cohnen uns Rede und Antwort stand, aber auch, wie sehr ihn sein Mut und seine Beharrlichkeit durch diese schlimme Zeit geführt hat. Wir konnten erfahren, dass es neben ganz schlimmen Menschen und Erlebnissen auch solche gab, die ihm in positiver Erinnerung geblieben sind.

Viele Eindrücke haben wir von diesem Tag mitgenommen, so z.B. einmal mehr auf unser eigenes Verhalten im Umgang mit anderen (fremden) Menschen zu achten, im Hinblick auf die laut geäußerte Meinung anderer kritisch zu sein und vor allem aber, dass der Mensch hinter einem „Stern“ ein Mensch ist, der nicht durch die bloße Vorverurteilung oder durch ein „Kennzeichen“ ein schlechterer oder besserer wird. Diese Erkenntnis ist uns nicht zuletzt vor den erneuten Flüchtlingsdebatten besonders wichtig.

IMG_9296Auch die Taten des Namensgebers unserer Schule, Bernhard Letterhaus, können wir nun noch einmal ganz anders einordnen.

In jedem Fall wird uns dieser Besuch in Erinnerung bleiben und wir danken an dieser Stelle noch einmal Herrn Cohnen für seine Zeit und Frau Dr. Schrader für die Moderation an diesem Tag.


 

Text: 9b Fotos: H. Knorr

 

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